Hochsensibilität (HSP)

Immer auf Empfang!

HSP -  Die Abkürzung von Highly Sensitive Person, das so viel bedeutet wie  eine hochsensible Person.  Dieser Begriff ist keineswegs neu, aber immer noch für viele Menschen weitestgehend unbekannt. Besonders im klinischen und schulmedizinischen Kontext, scheint immer noch kein großes Interesse vorhanden zu sein, dieses Phänomen verstehen zu wollen. Daher fühlen sich viele Hochsensible und Hochsensitive häufig missverstanden. Die Pionierin auf diesem Gebiet, Dr. Elaine Aron (USA) ist Professorin, Psychotherapeutin, Wissenschaftlerin und selbst hochsensibel, hat das Pionierwerk 'Sind Sie Hochsensibel' ("The Highly Sensitive Person" - How to thrive when the world overwhelmes you) 1996 geschrieben.

 

Inzwischen hat Elaine Aron einen Film in den USA, mit dem Namen 'Sensitive - The untold Story' mitproduziert, um weltweit für mehr Verständnis zu sorgen und das Thema in der Gesellschaft bekannter zu machen. Der Film hatte 2014 in den USA Prämiere. 

                                                                                                                                                         

                       Besonders wichtig und wirkungsvoll für sensitive Menschen sind Entspannungsübungen, Achtsamkeit, Meditation und Yoga.         

 

Hochsensibilität ist höchst wahrscheinlich erblich bedingt; man wird also damit geboren. Jedoch kann der Grad an Hochsensibilität von Person zu Person varieren. Dazu spielen Faktoren, wie Traumata und seelische Verletzungen in der Kindheit, meist eine entscheidende Rolle, wenn später Depressionen und andere seelische Konflikte und psychische Erkrankungen entstehen. Nach empirischen Erforschungen, durch Umfragen von Hochsensiblen, hat Frau Dr. Elaine Aron,  festgestellt, dass 15 bis 20 % aller Menschen, sowohl Frauen als auch Männer, im gleichen Maße hochsensibel sind. Andere Quellen deuten eher daraufhin, dass der Anteil von  Hochsensiblen nur bei etwa 10 % liegt. Sogar bei Tieren ist Hochsensibilität feststellt worden.

 

Ganz wichtig zu wissen ist, dass Hochsensibilität nichts Pathologisches (krankhaftes) ist, sondern nur, dass der Nervenapparat einer hochsensiblen Person mehr Details wahrnimmt als "Normalsensible" und dass Reize intensiver und umfassender verarbeitet werden. Man könnte auch sagen, dass das Gehirn Hochsensibler besonders 'aktiv' ist. Sie haben nicht etwa bessere Sinnesorgane, sondern sie verarbeiten Sinneseindrücke komplexer. Hochsensible Menschen sind mehr oder weniger immer auf Empfang.

 

Es gibt auch weitere Aspekte, der bei vielen sogar stärker ausgeprägt ist, als die Wahrnehmung durch die 5 Sinne;  die intensive Wahrnehmung und Verarbeitung von allem, was sich aus unserem Inneren meldet; wie Gefühle, Gedanken, Emotionen und Stimmungen. Besonders stark ausgeprägt ist zudem die 'unbewusste' Wahrnehmung: Die Intuition!

 

 Besonders viele Hochsensible leiden daher unter psychischen Beschwerden und Erkrankungen wie Burnout, Boreout,  Depressionen,   Angststörungen, starken Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen oder Suchtproblemen. Aber auch unter  psychosomatischen Beschwerden wie: Migräne, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Rückenschmerzen und muskulären Verspannungen. 

Textquellen: "Sind Sie Hochsensibel" - Dr. Elaine Aron,  "Leben mit Hochsensibilität" - Susan Marletta-Hart